Modernisierung des Verkehrssicherungssystems am Nord-Ostsee-Kanal

Im Unterauftrag des österreichischen Unternehmens Frequentis hat Werum ein elektronisches Verkehrsdiagramm für die Verkehrslenkung im Nord-Ostseekanal (NOK) realisiert.

Das elektronische Verkehrsdiagramm ist ein wichtiger Baustein für das neue zentrale Verkehrssicherungssystem des NOK.

Zielsetzung des Projektes

Mit der Modernisierung des heutigen Systems beabsichtigte die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Überwachung des Schiffverkehrs auf dem NOK zu verbessern. Mit einer Zentralisierung der Verkehrslenkung sollte der Abstimmungsbedarf verringert bzw. die Abstimmung bei schifffahrtsbezogenen Diensten am NOK vereinfacht werden. Ein modernes Kommunikationssystem hat die bisher visuelle Einsicht in die Weichen (breitere Stellen im Kanal, die das gegenseitige Passieren größerer Schiffe oder Fahrzeuggruppen ermöglichen) zur Positionsbestimmung auf dem NOK ersetzt.

Bei der Wahl des Positionserfassungssystems fiel die Wahl auf ein AIS (Automatic Identification System) - System von Frequentis. In besonderen Teilbereichen sollen zusätzlich Radaranlagen mit der Möglichkeit der Darstellung von AIS-Zielen eingesetzt werden.

Bei Ausfall eines der beiden Systeme bzw. bei Wegfall einzelner Funktionen muss die Verkehrszentrale unverzüglich durch betriebliche Gegenmaßnahmen reagieren können. Ein besonders hohes Augenmerk lag daher auf der Höchstverfügbarkeit der Systeme und einer größtmöglichen Risikovorsorge. Neben Frequentis als Generalunternehmer des Projektes und Werum war auch die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH für eine begleitende Risikoanalyse am Projekt beteiligt.

Über den Nord-Ostsee-Kanal

Mit 41.682 Schiffen und mehr als 80 Mio. Tonnen transportiertem Ladegut pro Jahr (2004) ist der NOK die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Mehr als 100 Jahre nach seiner Eröffnung im Jahr 1895 ist der NOK heute die Hauptverkehrsader Nordeuropas, die als Tor zur Ostsee Skandinavien und die Baltischen Staaten an den Weltverkehr anschließt. Der NOK verkürzt die Strecke für Schiffe, die sonst den längeren Weg um Skagen von der Nord- in die Ostsee nehmen müssten, um 250 Seemeilen. Mit seinen beiden Einfahrtsorten Brunsbüttel und Kiel verbindet der NOK Nord- und Ostsee. Damit hat der NOK im Speziellen für die Handelsschifffahrt ganz wesentliche Bedeutung. Mehr als 110 Schiffspassagen pro Tag - noch nicht mitgerechnet die Passagen von Sport- und Kleinfahrzeugen - stellen höchste Anforderungen an Mensch und Technik.