Forschungsschiff POLARSTERN

Schwimmendes Großlabor

Das wichtigste Werkzeug der deutschen Polarforschung ist das Forschungs- und Versorgungsschiff POLARSTERN. Seit ihrer Indienststellung 1982 hat die POLARSTERN über 30 Expeditionen in Arktis und Antarktis abgeschlossen. Sie wurde eigens für die Arbeit in den Polarmeeren konzipiert und ist gegenwärtig das leistungsfähigste Polarforschungsschiff der Welt.

Forschen auf See

Das Schiff ist für biologische, geologische, geophysikalische, glaziologische, chemische, ozeanographische und meteorologische Forschungsarbeiten ausgerüstet und verfügt über neun wissenschaftliche Labors. Zusätzliche Laborcontainer können auf und unter Deck gestaut werden. Kühlräume und Aquarien erlauben den Transport von Proben und lebenden Meerestieren. Forschungsgeräte und Messinstrumente werden mit Hilfe von Kränen und Winden ausgebracht und bis in große Tiefen herabgelassen. Spezielle Vermessungslote, die bis in 10.000 Meter Tiefe reichen und bis 150 Meter in den Meeresboden eindringen können, stehen für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung. Das Bordrechnersystem erfasst und speichert laufend meteorologische, ozeanographische und weitere Daten nach Bedarf.

Das Schiff hat eine Besatzung von max. 44 Personen und bietet zusätzlich Arbeitsmöglichkeiten für 50 Wissenschaftler und Techniker.

Kraftprotz und Technikwunder

Die POLARSTERN ist ein doppelwandiger Eisbrecher, der bei Außentemperaturen bis zu -50 °C arbeiten und gegebenenfalls im Eis der polaren Meere überwintern kann. Die POLARSTERN kann 1,5 Meter dickes Eis mit einer Geschwindigkeit von ca. fünf Knoten durchfahren. Dickeres Eis muss durch Rammen gebrochen werden.

Online-Datenmanagement mit PODAS

Im Auftrag der Reederei F.L. Laeisz hat Werum das Online-Datenmanagementsysytem PODAS an Bord der POLARSTERN auf Basis seines Produktes DSHIP realisiert. Mit seinen Funktionen unterstützt das System die Erfassung und das Management der wissenschaftlichen Daten an Bord.

Papierloses Logbuch

Im Logbuch werden Informationen über den Einsatz der wissenschaftlichen Geräte papierlos geführt. Die notwendigen Angaben über Kampagne, Nutzer, Streckenabschnitt und Position werden ohne Medienbrüche automatisch aus PODAS übernommen. Damit entfällt das Zusammentragen aus verschiedenen Systemen - Mausklicks zur Selektion genügen.

Online-Integration von wissenschaftlichen Geräten

An das System PODAS werden wechselnde Geräte angeschlossen, die die Wissenschaftler, die für einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen an Bord kommen, für ihre spezifischen Forschungen mitbringen. PODAS erlaubt die Online-Integration im laufenden Betrieb. Die Schnittstellenansprache und Parametrierung der Datenströme mit darin enthaltenen Messgrößen ist somit im 24-Stunden-Betrieb möglich.

Wissenschaftliches Netzwerk

Das System beruht auf dem Messdatenmanagementsystem DSHIP, das verteilt auf drei SUN-Rechnern, verbunden in drei Netzen für Erfassung, Administration und Auswertung, ausfallsicher läuft. Der Zugriff auf die Systeme ist von den verschiedenen Arbeitsstationen, der Brücke und allen Kabinen möglich. Bis zu 150 Nutzer können gleichzeitig an PODAS arbeiten.

Weitere Informationen

Mehr Informationen über das Forschungsschiff POLARSTERN:

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)

Reederei F. Laeisz