Eisrandforschungsschiff MARIA S. MERIAN

Datenmanagementsystem auf Basis DSHIP

Im Auftrag der Krögerwerft in Schacht-Auhof hat Werum das neue deutsche Forschungsschiff "Maria S. Merian" mit dem Datenmanagementsystem DSHIP ausgestattet. Darüber hinaus hat Werum auch die Verantwortung für die Planung und Realisierung des wissenschaftlichen Netzwerkes sowie des Mailsystems getragen.

Das weltweit modernste multidisziplinäre Forschungsschiff ist im Februar 2006 offiziell in Dienst gestellt worden. Nachdem bereits die drei großen deutschen Forschungsschiffe "Polarstern", "Meteor" und "Sonne" bereits mit Systemen von Werum ausgerüstet worden sind, ist DSHIP an Bord der "Maria S. Merian" erstmals auch auf einem mittelgroßen Forschungsschiff im Einsatz. Möglich wird dies durch das skalierbare und flexible Design des Datenmanagementsystems.

Hohe Konfigurierbarkeit

DSHIP erfüllt die besonderen Anforderungen der Forschungsschifffahrt. Mit seiner hohen Konfigurierbarkeit integriert DSHIP Instrumente und Sensoren jeglicher Art. Der Anwender muss per Dialog lediglich eine einfache Beschreibung der Geräteeigenschaften und Kommunikationsprotokolle erstellen. So kann er das System an spezifische Anforderungen anpassen, ohne die Überwachung der ozeanographischen, chemischen oder physikalischen Parameter zu unterbrechen.

Bedienungsfreier Betrieb

Aufgrund seiner hohen Zuverlässigkeit ist DSHIP für den weitgehend bedienungsfreien Betrieb ausgelegt. Damit sinkt die Arbeitsbelastung für das Schiffspersonal. Gleichzeitig bleibt die kontinuierliche und sichere Erfassung aller Daten in Echtzeit garantiert. Die automatische Überwachung des Systems sowie der angeschlossenen Peripherie stellt sicher, dass der Systemadministrator den technischen Status des Gesamtsystems überblickt und beim Auftreten von Fehlern frühzeitig geeignete Maßnahmen ergreifen kann.

Archivierung der Daten

Die Archivkomponente des Systems gewährleistet eine automatische und zuverlässige Speicherung der wertvollen Wissenschaftsdaten. Automatisch erzeugte Archivsätze werden auf Archivmedien wie DVDs gespeichert. Nach Abschluss der Fahrt oder Etappe können diese dann in ein Zusatzsystem an Land integriert werden, wo sie für eine weitere wissenschaftliche Verwendung zum Beispiel über das Internet zur Verfügung stehen.

Netzwerk und Mailsystem

Das auf Lichtwellenleitertechnologie basierende Wissenschaftsnetzwerk an Bord der "Maria S. Merian" verbindet die wissenschaftlichen Arbeitsplatzrechner, die wissenschaftlichen Geräte und über Gateways auch ausgewählte Navigationsdaten mit einem zentralen Serversystem. Neben dem Zugang zu allen wissenschaftlichen und fahrtrelevanten Daten kann das Bordpersonal auch auf das Intranet und das Mailsystem des Schiffes zugreifen. Das Mail-System für die Bord-Land-Kommunikation per eMail hat Werum auf Basis seines Produktes DAVIS-MAIL realisiert. Dieses System kann Mail-Nachrichten Prioritäten zuordnen, den Aufenthaltsort der registrierten Anwender bestimmen und das Versenden umfangreicher eMails nur nach ausdrücklicher Bestätigung des Anwenders initialisieren. Da in einigen Regionen der Welt eine Kommunikation nur über spezielle Dienstleister möglich ist, kann die Internetverbindung über verschiedene Kommunikationsverbindungen aufgebaut werden.

Einsatz zur Eisrand-Meeresforschung

Die "Maria S. Merian" ist am Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) beheimatet und wird von hier aus für die Meeresforschung eingesetzt. Bedingt durch ihre Bauart wird sie auch im Bereich des Eisrands eingesetzt.

Die Leitstelle des Schiffes wird betrieben vom Institut für Meereskunde der Universität Hamburg. Sie ist für die wissenschaftlich-technische, logistische und finanzielle Vorbereitung, Abwicklung und Betreuung des Schiffsbetriebes verantwortlich.

Weitere Informationen

Mehr Informationen über das Eisrandforschungsschiff MARIA S. MERIAN:

Institut für Meereskunde, Universität Hamburg

Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)